Weitere Informationen zum Thema Spina bifida, finden Sie unter folgenden Links:
90 % der Patienten mit einer Meningomyelozele haben bereits vor der Geburt eine Erweiterung der inneren Nervenwasserräume (Ventrikel) des Gehins oder entwickeln sie nach dem operativen Verschluss in den ersten Lebenswochen.
Diese Erweiterung wird Hydrozephalus (wörtlich übersetzt: Wasserkopf) genannt. Sie ist dadurch bedingt, dass das Nervenwasser infolge nach unten gerutschter Kleinhirnanteile (als Teil der Arnold-Chiari-II-Fehlbildung) die inneren Nervenwasserräume im Gehirn auf dem normalen Weg nur erschwert verlassen kann. Als Therapie wird das Nervenwasser über einen kleinen Schlauch und ein ebenfalls operativ unter der Kopfhaut platziertes Ventil, in den Bauchraum (seltener in die obere Hohlvene) abgeleitet.
Ist ein solches Ventil defekt (oder ist eine Ventiloperation noch nicht erfolgt), entwickeln die Kinder…
All diese Symptome treten einzeln oder in Kombination (nacheinander) auf. Die Eltern/Bezugspersonen können bei aufmerksamer Beobachtung selbst diagnostizieren und sollen rasch kompetente ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Zu den ärztlichen Untersuchungen gehört eine Spiegelung des Augenhintergrundes, bei der oft schon ein nach vorne gedrängter Sehnerveneintritt zu erkennen ist (Stauungspapille), was ein schnelles operatives Eingreifen am Ventilsystem erfordert.
An weiteren apparativen Untersuchungen sind eine Sonografie beim Säugling (solange die Fontanelle noch offen ist) oder eine Computertomografie(Kernspinuntersuchung) zur Darstellung der Erweiterung der inneren Nervenwasserräume und Lage des Ableitkatheters notwendig. Unterbrechungen oder einen Defekt im Verlauf der Ableitkatheter kann auch eine normale Röntgenaufnahme aufdecken.
Wird durch das Ventil zu viel Nervenwasser abgeleitet, besteht eine sogenannte Überdrainage, deren Symptome bis auf die Zunahme des Kopfumfanges den Hirndruckzeichen gleichen. Typisch ist ein Kopfschmerz in aufrechter Körperposition (also beim Stehen und Gehen oder Sitzen), der sich einige Zeit nach Hinlegen bessert. In dieser Situation sollte ein Ventil mit einem höheren Ansprechdruck gewählt werden (oder ein verstellbares Ventil). Bei den magnetisch verstellbaren Ventilen besteht in der Regel die Gefahr, dass sie sich auch unbeabsichtigt unter dem Einfluss von Magnetfeldern verstellen können, wie sie zum Beispiel in Kernspintomografen (MRT) oder auch von Spielzeugmagneten produziert werden. Ein routinemäßiger Einsatz dieser verstellbaren Ventile wird daher im Kindesalter kritisch gesehen. Nach einer MRT-Untersuchung müssen verstellbare Ventile überprüft und meist die gewünschten Druckstufen wieder von außen eingestellt werden.
Alle Ventile müssen in regelmäßigen Abständen ärztlich kontrolliert werden, dies geschieht meistens im Rahmen der Vorstellung in den Ambulanzen der spezialisierten Kliniken.